Mittwoch, 16. September 2009

mangelndes Verantwortungsbewusstsein

In nicht weniger als 10 Tagen sind Bundestagswahlen.
Im harmonischen TV-Duell am vergangenen Sonntag wurde leider nur kurz darüber gesprochen, immerhin mehr als über Bildung (!), für mich und viele andere ist es aber das Thema überhaupt bei diesen entscheidenen Wahlen - die Energiepolitik.

Tatsächlich gibt es in unserer Parteienlandschaft noch Politiker, die Atomkraft für vertretbar halten und somit das seit Jahren geplante Abschalten von 7 der bundesweit 17 existierenden Kernkraftwerke verhindern wollen.
Das jene "Volksvertreter" da ganz andere Interessen als die unseren vertreten, ist nur zu offensichtlich.
Wie lässt sich bitte sonst erklären, dass unsere Kanzlerin den Vattenfall-Vorstandsvorsitzenden Lars Göran Joseffson zu ihrem persönlichen "Klima-Berater" macht?
Natürlich wird dieser ihr zu Laufzeitverlängerungen raten, fährt sein Unternehmen doch mit jedem Betriebstag seiner baufälligen Atomkraftwerke Millionengewinne ein.
Die deutschen Kernkraftwerke mit Technik der 60er Jahre sind längst abgeschrieben und daher wahre Goldgruben. Statt die niedrigeren Produktionskosten aber dem Verbraucher zukommen zu lassen, sprechen die vier Energierisen e.on, RWE, EnBW und Vattenfall aber vermutlich kontinuierliche Preissteigerungen ab. Allein letztes Jahr machten diese 14 Milliarden Euro Gewinn, die Preise waren in 7 Jahren schließlich um 50% gestiegen.
Das makabere daran ist, dass nur die stabilen und sinkeden Preise von regenerativen Energien hier Konkurrenz machen und den Preisanstieg bremsen.

Atomkraft ist eine veraltete und viel zu riskante Technik. Von den weltweit 436 Reaktoren sind 339 über 20 Jahre alt.
Wind, Wasser und Sonne sorgen schon für 17% unseres Stroms, tendenz stark steigend. Atomkraft deckt nur 2% unserer Energieversorgung, hemmt aber unverhältnismäßig stark den Ausbau von erneuerbaren Energien. Und ist eben eine unverhältnismäßig gefährliche Angelegenheit. Bis dato gibt es auf der Welt noch keinen sicheren Ort und keine Technik, die den für hundert tausende von Jahren strahlenden Müll beherbergen bzw. unschädlich machen könnte. Schon jetzt stapeln sich die strahlenden Castor-Behälter, und keiner weiß so recht wohin mit ihnen. 40 Jahre kann der Müll darin angeblich gelagert werden, hoffen wir dass wir bis dahin eine ethisch und ökologisch halbwegs vertretbare Lösung gefunden haben. In Asse bei Braunschweig sickert der Scheiß schon ins Grundwasser, nach nur 20 Jahren Lagerung.
Salzstollen taugen also nicht, auch Granit ist rissig und im Meer versenken wie die Italiener geht einfach nicht klar, in 3. Welt Länder exportieren oder auf den Mond schießen erst recht nicht.
Bißchen ekelig & gefährlich alles, oder?
Reicht nicht schon der ganze Mist, den wir anderweitig einatmen oder schlucken? Scheiße, mir fallen spontan 6 Bekannte ein, die an Krebs erkrankt sind.

Falls ihr mehr Interesse an Fakten und an meinen Quellen habt, so sei euch diese Seite empfohlen

Da gibt es auf jedes Argument der Atomlobby mindestens 5 vernichtende Fakten. Es veranschaulicht einem wie diese sich die größte Mühe gibt, uns zu verblenden.
Atomkraft = CO2 neutral? - schau dir mal den kompletten Produktionsweg an...
Versorgungssicherheit? - letztes Jahr standen in der BRD 7 Kraftwerke aufgrund von Sicherheitsmängeln still...

Wer als Politiker noch dafür wirbt ist entweder sehr schlecht bzw. falsch informiert oder gehört zu den wenigen, die sich daran eine goldene Nase verdienen. In jedem Fall ist er/sie verantwortungslos...

Auf dieser Seite könnt ihr checken, wie die Kandidaten eures Wahlkreises zu Atomkraft stehen.

Betreibt jetzt euren persönlichen Atomausstieg und wechselt am besten zu einem der 4 unabhängigen Stromanbieter Lichtblick, naturstrom, EWS oder greenpeace-energy

Ich verspüre leichtes Bedürfnis mich für diesen politischen Eintrag rechtfertigen zu müssen, aber das lasse ich sein. Gehe einfach mal davon aus, dass ich hiermit für ale von uns spreche.

Hier gibt es nun noch ein paar Eindrücke von der Anti-Atom-Demo in Berlin am 5.9., die mit über 50 000 Leuten und 340 Treckern aus dem Wendland besucht war.





Aufklärende Videos:


Montag, 6. Juli 2009

Krümmel abschalten

Hier abstimmen ob Krümmel abgeschalten oder am Netz gehalten werden soll

Montag, 29. Juni 2009

Terminkalender

Events, News & Termine via gruene-uni.org

Mi.1.7. 16Uhr Demo: Atomforum wird 50 - Kein Grund zum Feiern!

Sa.4.-So.5.7. Langer Tag der Stadtnatur

Sa.4.7. 12Uhr Netzwerk_Slowmotion.Berlin: Schalten Sie einen Gang
zurück!

Mi.8.7. 18Uhr UmweltRaum-SOMMERFEST TU-Café Shila

Do.9.7. ab 8Uhr "Mache Dich sichtbar!" Der sichere Weg zur TU zu Fuß
und mit dem Rad

Do.9.7. 19Uhr Treffen Berliner Nachhaltigkeitsinitiativen

Sa.11.7. 16Uhr MEGASPREE-Demo: rauschender Jahrestag des
Bürgerentscheids "Media Spree Versenken"

Di.14.7. 20Uhr TTFK-Filmvorführung: "Das Schönauer Gefühl"

... und da war doch noch was: 27.6. Eröffnung des
http://hanflabyrinth-berlin.de

Montag, 22. Juni 2009

Wie bitte?

"Der Vattenfall-Chef Josefssons ist seit kurzem Klimaschutzberater der Vereinten Nationen. Bereits seit längerem berät er zudem Kanzlerin Angela Merkel in Sachen Klimaschutz."

aus einem aktuellen Spiegel-Online Artikel, aus dem hervorgeht, dass Josefssons sich gegen das Desertec-Projekt stellt und stattdessen den Bau von Kohlekraftwerken befürwortet.

Also irgendwas läuft das falsch. Wieso hat dieser Mann jene Ämter?

Mittwoch, 17. Juni 2009

HOME

Bilder, hauptsächlich Luftbilder, von einer Schönheit wie sie nur die Natur hervorbringen kann begleitet von Fakten die man zwar im Großen und Ganzen kennt, in seiner gesammelten Fülle einen aber erschlagen.
Der Film "Home" von Yann Arthus-Bertrand zeigt eindringlich wie verletzlich das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten ist und gleichzeitig wie verantwortungslos der Mensch in letzter Zeit damit umgeht.
Zusammen mit der Story of Stuff könnte er von mir aus auf Endlosschleife im Nachmittagsprogramm und im Schulunterricht gezeigt werden, bis auch der letzte versteht wie schlecht es um unseren Planten steht.
In der Reihe fehlt dann nur noch ein Programm, welches einem zeigt wie man konkret seinen Alltag umgestalten muss.
Denn wirklich zum an die eigene Nase fassen regt "Home" nicht an. Zwar wird am Ende mit dem Vorstellen von positiven Entwicklungen versucht, Pessimisten den Boden zu nehmen. Muddi & Vaddi von nebenan werden nach der Nachhilfestunde aber trotzdem noch nicht begriffen haben, dass sie ab sofort lieber mit Deckel kochen sollten oder wie in früheren Zeiten wieder mehr ihres Geldes in Nahrungsgüter investieren sollten, und zwar ökologische und faire. Sie werden auch nicht ihren Stromanbieter wechseln, Morgen das Auto stehen lassen oder kritisch mit ihren Kindern darüber sprechen.
Sie werden durch diesen Film nicht begreifen, wieviel Macht in ihren Händen liegt Dinge zu ändern.
Mir fehlen die Zusammenhänge zum Alltag, der Film nagt am Gewissen, bleibt aber zu romantisch und hinterlässt den Zuschauer ohnmächtig. Mit diesem typischen Gefühl, mit dem man das Kino verlässt und plötzlich wieder im Alltag ist, der so anders erscheint als im Film.
Ok, es wird aufgerufen auf der Internetseite von Arthus-Bertrands Stiftung zu partizipieren, aber mit weniger Aufmerksamkeit als dem Investor, der PPR Group, und ihren Firmen gedankt wird.
Was bleibt wohl eher im Kopf, eine Internetadresse die 4 Sekunden eingeblendet wird oder ein Firmenname den man schon zwölftausend mal in den Regalen der Kaufhäuser gesehen hat?

Natürlich kann ein Film nicht alles abdecken und muss zusehen publikumstauglich zu bleiben. Aber auch unter den Aspekten bleibt mir die Verbindung zum Alltag und die Anregung zum Umdenken wie schon in anderen Produktionen zu schwach.
Es ist ein wenig eine verpasste Chance.

Richtig ist es den Film neben Kino und DVD auch kostenlos im Internet veröffentlich zu haben.
Hier ist er komplett und in ausgezeichneter Qualität zu sehen. Er ist es allemal wert!

Freitag, 12. Juni 2009

Kohle-Sackgasse

Kommenden Sonntag, wenn der SPD-Parteitag über die Unterstützung des Baus von weiteren 30 Kohlekraftwerken entscheidet, wollen wir aus 6 Tonnen Kohle eine große energiepolitische Sackgasse vor dem Tagungsgebäude errichten.


Wir wollen möglichst viele Menschen sein, die die Sackgasse mit

errichten, "Zukunft statt Kohle"-Schilder den eintreffenden

Delegierten entgegenhalten und Flugblätter an sie verteilen. Können

Sie uns bei der Aktion unterstützen?


Zeit: Sonntag, 14. Juni, 9.30 Uhr


Ort: Vor dem Hotel Estrel, Sonnenallee 225, S-Bahn Sonnenallee,

Berlin


Weitere Infos: 

http://www.campact.de/klima/aktion_parteitag



Online Apell an die SPD, den Baustopp von Kohlekraftwerken im Regierungsprogramm zu verankern. Bisher sind knapp 17000 Unterschriften beisammen...


http://www.campact.de/klima/sn6/signer



Aus dem Posteingang, vielen Dank an gruene-uni.org