Bilder, hauptsächlich Luftbilder, von einer Schönheit wie sie nur die Natur hervorbringen kann begleitet von Fakten die man zwar im Großen und Ganzen kennt, in seiner gesammelten Fülle einen aber erschlagen.
Der Film "Home" von Yann Arthus-Bertrand zeigt eindringlich wie verletzlich das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten ist und gleichzeitig wie verantwortungslos der Mensch in letzter Zeit damit umgeht.
Zusammen mit der Story of Stuff könnte er von mir aus auf Endlosschleife im Nachmittagsprogramm und im Schulunterricht gezeigt werden, bis auch der letzte versteht wie schlecht es um unseren Planten steht.
In der Reihe fehlt dann nur noch ein Programm, welches einem zeigt wie man konkret seinen Alltag umgestalten muss.
Denn wirklich zum an die eigene Nase fassen regt "Home" nicht an. Zwar wird am Ende mit dem Vorstellen von positiven Entwicklungen versucht, Pessimisten den Boden zu nehmen. Muddi & Vaddi von nebenan werden nach der Nachhilfestunde aber trotzdem noch nicht begriffen haben, dass sie ab sofort lieber mit Deckel kochen sollten oder wie in früheren Zeiten wieder mehr ihres Geldes in Nahrungsgüter investieren sollten, und zwar ökologische und faire. Sie werden auch nicht ihren Stromanbieter wechseln, Morgen das Auto stehen lassen oder kritisch mit ihren Kindern darüber sprechen.
Sie werden durch diesen Film nicht begreifen, wieviel Macht in ihren Händen liegt Dinge zu ändern.
Mir fehlen die Zusammenhänge zum Alltag, der Film nagt am Gewissen, bleibt aber zu romantisch und hinterlässt den Zuschauer ohnmächtig. Mit diesem typischen Gefühl, mit dem man das Kino verlässt und plötzlich wieder im Alltag ist, der so anders erscheint als im Film.
Ok, es wird aufgerufen auf der Internetseite von Arthus-Bertrands Stiftung zu partizipieren, aber mit weniger Aufmerksamkeit als dem Investor, der PPR Group, und ihren Firmen gedankt wird.
Was bleibt wohl eher im Kopf, eine Internetadresse die 4 Sekunden eingeblendet wird oder ein Firmenname den man schon zwölftausend mal in den Regalen der Kaufhäuser gesehen hat?
Natürlich kann ein Film nicht alles abdecken und muss zusehen publikumstauglich zu bleiben. Aber auch unter den Aspekten bleibt mir die Verbindung zum Alltag und die Anregung zum Umdenken wie schon in anderen Produktionen zu schwach.
Es ist ein wenig eine verpasste Chance.
Richtig ist es den Film neben Kino und DVD auch kostenlos im Internet veröffentlich zu haben.
Hier ist er komplett und in ausgezeichneter Qualität zu sehen. Er ist es allemal wert!
Mittwoch, 17. Juni 2009
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